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Serverseitiges Tracking

Wir schreiben das Jahr 2022 und alles wird sich verändern. Jeder zweite Hund hat plötzlich einen Pullover an weil es sonst zu kalt ist für den Kleinen. Elon Musk reißt still und heimlich die Weltherrschaft an sich und serverseitiges Tracking wird wohl ein Muss. Browser haben es zunehmend schwerer gegen AdBlocker, Cookie Einstellungen und Software wie Ghostery anzukämpfen. Das Resultat sind unvollständige Datensätze und ein unvollständiges Tracking. Aber ist serverseitiges Tracking der heilige Gral der Datenanalyse? Finden wir es heraus.

Serverseitiges Tracking als Abhilfe zur Privacy-First bewegung

Der Aufschrei der Gesellschaft nach mehr Datenschutz und vor allem „privacy“ ist nicht mehr zu überhören. Viele Browser, speziell Firefox blockieren heutzutage intelligentes Tracking und 30–60% der Tracking-Daten gehen durch Ad-Blocker, Fehlkonfigurationen und Intelligent Tracking Prevention (ITP) verloren. Auch Apple hat mit seinem neuen IOS 14 Update für Furore gesorgt. Durch das Hinzufügen der Datenschutzabfrage wird ein vernünftiges Tracking von Facebook Ads unmöglich. Mein Kollege Thomas Hutter hat kürzlich darüber einen sehr guten Beitrag geschrieben. Serverseitiges Tracking bietet auch hier eine Möglichkeit dieses Hindernis zum Umgehen. 

Vorteile Serverseitiges Tracking

Beim clientseitigen Tracking werden die Nutzerdaten vom Browser an den Server des Analysetools übermittelt. Problem dabei ist, dass viele Nutzer einen AdBlocker installiert haben und transparente Cookie Einstellungen dem User die Möglichkeit geben, Cookies zu blockieren. Vorteil von serverseitigen Tracking ist die direkte Kommunikation zwischen dem Server der Webseite und dem Server des Analysetools. In den meisten Fällen wird dies Google Analytics sein. Nutzer haben somit keine Möglichkeit, das Tracking in irgend einer Art und Weise zu blockieren, was genaue und vollständige Datensätze zur Folge hat. Ein weiterer Vorteil bei serverseigen Tracking ist die Datensicherheit. Durch die direkte Kommunikation der Server können die Daten nicht durch Drittanbieter eingesehen werden.

Durch serverseitiges Tracking können jegliche Art von Werbekampagnen, egal ob Google Ads, Facebook Ads oder Instagram Ads, besser analysiert werden, was sich spürbar am ROI widerspiegelt. Durch genauere und vor allem vollständige Datensätze im Tracking, können Werbebudgets spürbar optimiert werden und Maßnahmen wie Retargeting optimal eingesetzt werden. Serverseitiges Tracking ist für professionelle Werbekampagnen schon lange nicht mehr nur eine Option sondern ein Muss.

Serverseitiges Tracking und DSGVO

Wer sich jetzt schon die Hände reibt und nur mehr ROI-Raten über 500 % im Kopf hat, sollte sich ein weinig zügeln. Natürlich muss auch beim serverseitigen Tracking der Besucher darüber informiert werden und auch die Möglichkeit haben, dem serverseitige Tracking nicht zuzustimmen. Schade, ich weiß. Hier möchte ich auch ganz klar erwähnen, dass serverseitiges Tracking kein Spielplatz für Anfänger oder „Trial and Error“ ist. Wir als Agentur, nehmen dieses Thema sehr ernst und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Jeder der sich mit diesem Thema befasst und serverseitiges Tracking implementiert, sollte wissen was er tut, da es hier schnell zu Verstößen gegen die Datenschutzbestimmungen kommen kann. Auch aus technischer Sicht ist die Implementierung eines serverseitigen Trackings recht komplex.

Was kann serverseitiges Tracking mit GTM?

Obwohl diese Funktion neu im Google Tag Manager ist, ist das serverseitige Tracking kein wirklich neues Konzept. Tools wie Segment haben diesen Ansatz schon seit Jahren, und Sie können auch Daten von der Serverseite an Google Analytics senden. Was ist also das Besondere am Server-seitigen Tracking für GTM?

Nun, Sie können jetzt Ihren eigenen Server in der Google Cloud erstellen, um die Rolle des Tracking-Servers direkt von der GTM-Oberfläche aus zu übernehmen. Alles, was Sie tun müssen, ist den Server als Zielplattform auszuwählen, wenn Sie einen neuen Container erstellen.

Dann konfigurieren Sie einfach die Daten Ihrer Website so, dass sie an den Google Cloud-Server gesendet werden. Von dort holt GTM die Daten ab, feuert Ihre Tags ab und leitet die Daten an Ihre Tools wie Google Analytics weiter.

Die Einrichtung ist nicht wirklich schwierig, aber es dauert manchmal eine Weile, bis man sich an das neue serverseitige Tracking gewöhnt hat, wenn man an das clientseitige Tracking gewöhnt ist. 

Sobald die Daten vom Browser (oder Webserver) an die serverseitige GTM-Instanz gesendet wurden, müssen sie von sogenannten GTM-Clients abgerufen werden. Diese Clients sind Ihre Tracking-Tools, wie Google Analytics oder Hotjar.

Die größte Herausforderung besteht derzeit darin, dass es nicht viele Vorlagen und Tags für das serverseitige GTM gibt. Das macht es im Moment etwas schwierig, Ihre Daten von der Client- zur Serverseite zu migrieren.  Natürlich wird sich das schnell ändern, da die GTM-Gemeinschaft ständig neue Vorlagen erstellt. Wir müssen nur ein wenig Geduld haben.

Ein weiterer Punkt, den Sie beachten sollten, sind die Kosten. Genau wie bei der Erstellung einer Website auf einem Webserver im Internet ist auch die Erstellung eines Tracking-Servers nicht kostenlos.

Google stellt Ihnen zu Beginn eine kostenlose Sandbox zur Verfügung, damit Sie Ihre Tags testen und alles konfigurieren können, falls Sie noch nicht entschieden haben, ob Sie das serverseitige Tracking einführen wollen oder nicht. Wenn Sie dies jedoch auf einer Live-Website einsetzen möchten, müssen Sie Ihr Konto erweitern. Dies kostet in der Regel mindestens e 80 pro Monat.

Anwendungsfälle für serverseitiges Tracking mit GTM

Wenn es also zusätzliche Arbeit bedeutet und Geld kostet, warum sollte man dann trotzdem das serverseitige Tracking in GTM nutzen?

Der größte Faktor ist, dass Sie mehr Kontrolle haben, da Sie die Daten an Ihren eigenen Server senden.

Sobald die Daten auf Ihrem Tracking-Server ankommen, können Sie mit ihnen machen, was Sie wollen. Sie können sie verändern, manipulieren oder weitere Daten hinzufügen. Natürlich wächst die Verantwortung gesetzeskonform mti den Daten umzugehen noch ein Stück mehr.

Zum Beispiel könnten Sie:

Ihren Tracking-Server verwenden, um personenbezogene Informationen aus der Anfrage zu entfernen, bevor Sie sie an Ihre Tracking-Tools senden.
Bestimmte Datenanfragen nur an ein bestimmtes Tool und nicht an alle Ihre Tracking-Tools senden.
Fügen Sie Daten hinzu, die Sie vor dem Kunden geheim halten möchten, wie z. B. einen API-Schlüssel.
Es gibt viele kreative Verwendungsmöglichkeiten für das serverseitige GTM-Tracking, aber der Punkt ist, dass Sie viel mehr Kontrolle über Ihre Daten haben, bevor sie an Ihre Tracking-Anbieter weitergeleitet werden.

Serverseitiges Tracking kann auch die Benutzerfreundlichkeit verbessern, wenn Sie viele verschiedene Tracking-Tools verwenden. Da Ihr GTM-Tracking-Server die Daten an Ihre Tools verteilt, muss der Browser des Nutzers nur einen einzigen Tracking-Punkt senden – und zwar an Ihren Tracking-Server. In der Regel läuft dies über einen GA4 Stream. Das spart Datenressourcen und kann die Geschwindigkeit der Website verbessern, was wiederum zu zufriedeneren Kunden führt.

Ein weiterer Vorteil des serverseitigen Trackings ist, dass Sie Daten an eine Domain senden, die Ihnen gehört und die wie Ihre Website aussieht. Dies ist nützlich, da das clientseitige Tracking Daten an Ihre Tools (wie Google Analytics) sendet, die von einigen Werbeblockern blockiert werden können.

Viele Werbeblocker erkennen die Domänen von Nachverfolgungstools, aber es ist weniger wahrscheinlich, dass sie es bemerken, wenn Sie Daten an Ihre eigene Tracking-Domäne senden. Daher könnte das serverseitige Tracking eine gute Möglichkeit sein, Werbeblocker zu umgehen und mehr Daten in Ihr System zu bekommen.

Beachten Sie jedoch, dass sich dies in Zukunft ändern könnte, wenn die Technologie der Werbeblocker aufholt. Sobald mehr Menschen diese Technik nutzen, werden sie dieses Schlupfloch wahrscheinlich schließen.

In ähnlicher Weise könnte uns auch die Intelligent Tracking Prevention (ITP) von Apple für Safari-Browser helfen.

Mit der ITP wurden Beschränkungen eingeführt, wie z. B. ein Ablaufdatum für Cookies, das je nachdem, wie Sie Ihre Cookies einstellen, unterschiedlich festgelegt wird. So wären Cookies in den Safari-Browsern nur noch 1 bis 7 Tage lang gültig. Bei der serverseitigen Nachverfolgung können Sie jedoch ein so genanntes HTTP-Cookie senden, das derzeit nicht unter diese Einschränkungen fällt. Damit kann man die ITP von Safari und Firefox zumindest teilweise umgehen.

Dies könnte sich jedoch auch jederzeit ändern, wenn die WebKit-Browser ihren Ansatz ebenfalls ändern.

Sollten Sie GTM serverseitig verwenden?

Vielleicht haben Sie einige dieser Anwendungsfälle davon überzeugt, dass serverseitiges Tracking eine gute Idee ist. Sollten Sie also jetzt sofort mit der serverseitigen Nutzung von GTM beginnen?

Vor einigen Monaten häte ich noch gesagt, dass die meisten Unternehmen noch warten sollten bis das Serverseitige GTM tracking aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist. Mittlerweile ist durch Pirvacy Badger, Adblocker und ITP ein vernünftiges Tracking ohne Serverseitige Lösung kaum noch möglich. 

Sie brauchen Unterstützung?

Speziell für Unternehmen ohne IT-Abteilung kann serverseitiges Tracking eine Herausforderung sein. Sogar viele Onlinemarketing-Agenturen kömpfen mit diesem Thema. Wenn Sie serverseitiges Tracking in Ihrem Unternehmen implementieren wollen oder Unterstützung brauchen zögern Sie nicht und vereinbaren Sie ein Kennenlerngespräch mit uns.

Daniel Knoflicek ist seit 2012 Geschäftsführer von Slidebird Webstories, einer Agentur für online Marketing, Webdesign und Webentwicklung. Des Weiteren hat Daniel Knoflicek das Start Up Ernst M. gegründet, welches vegane, bio Marmelade in Österreich herstellet und vertreibt. Er ist als CTO für das Start Up tätig. Seit 2015 und der Gründung von DESK.WORKS ist Daniel Knoflicek als Brand Ambassador für Österreich zuständig.

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